Geschichte des Astronomischen Instituts der Universität Bern

(Abkürzungen: oP = ordentlicher Professor, aoP = ausserordentlicher Professor, HonP = Honorar-Professor)


1785: Johann Georg Tralles (1763–1822) wird Professor der mathematischen, physikalischen und astronomischen Wissenschaften an der Berner Akademie.

1805: Johann Friedrich Trechsel (1776–1849) wird Professor für Mathematik und (1812) für Physik der Berner Akademie, 1834 oP für Mathematik und Physik. Trechsel, Mitglied der Royal Society of London, wird bekannt durch die erste topographische Vermessung des Kantons Bern.

1812: Gründung der ersten Sternwarte in Bern durch Trechsel, welche zugleich den Ursprung des kartographischen Koordinatensystems der Schweiz definiert.

1822: Einweihung des ersten Observatoriums „Urania“ in Bern (sog. „alte Sternwarte Bern“).

1847: Johann Rudolf Wolf (1816–1893) wird Direktor der Sternwarte. Seine Forschungen widmet er hauptsächlich den Sonnenflecken, dem Sonnenflecken-Zyklus, und der Astronomiegeschichte.

1853: Wolf wird aoP für Mathematik und Astronomie. Er erweitert das Observatorium, welches ein Ertel-Meridian-Instrument beherbergt, um eine neue Kuppel, die ein parallaktisch montiertes 78mm-Fraunhofer-Teleskop enthält.

1856: Wilhelm von Beetz (1822–1886) wird oP für Physik und Astronomie.

1858: Heinrich von Wild (1833–1902) wird aoP und 1862 oP für Physik und Astronomie und erweitert das Observatoriumsgebäude erheblich, um seine selbst-registrierenden meteorologischen Instrumente zu installieren. Wild wandelt das astronomische Observatorium in eine meteorologische Zentralstation um.

1869: Aimé Forster (1843–1926) wird oP für Physik und Meteorologie.

1876: Bau des Tellurischen Observatoriums durch Forster, das primär für die geophysikalische Forschung und sekundär für astronomische Beobachtungen genutzt wird.

1880: Georg-Joseph Sidler (1831–1907) wird aoP für Mathematik und Astronomie. Als Student von Leverrier, Puiseux und Faye fokussiert Sidler sein Hauptinteresse auf die Himmelsmechanik.

1890:Gottlieb Huber (1857–1923) wird aoP für Mathematik, 1900 für theoretische Astronomie, und 1906 oP für Mathematik und theoretische Astronomie, insbesondere Himmelsmechanik.

1918: Sigmund Mauderli (1876–1962) wird aoP für praktische Astronomie.

1921: Mauderli wird erster oP einzig für Astronomie. Seine Forschung betrifft die Stabilität des Sonnensystems und die Bahnbestimmung von Kleinplaneten.

1922: Bau der Muesmatt-Sternwarte und Gründung des Astronomischen Instituts durch Mauderli.

1946: Max Schürer (1910–1997) wird aoP und 1949 oP für Astronomie. Er kombiniert die Positionsastronomie mit der Satellitengeodäsie und setzt damit die Grundlage für das Gebiet der sog. "Fundamental-Astronomie".

1955: Bau des Observatoriums in Zimmerwald durch Schürer.

1961: Umzug des Astronomischen Instituts von der Muesmattstrasse in das Gebäude für Exakte Wissenschaften an der Sidlerstrasse.

1976: Paul Wild (geb. 1925) wird HonP und 1980 oP für Astronomie. Als Assistent von Zwicky auf Palomar betrifft Wilds Forschungen die Suche nach Supernovae und Kleinplaneten.

1991: Gerhard Beutler (geb. 1946) wird aoP und 1996 oP für Astronomie. Er verstärkt die Forschung in Himmelsmechanik und Satellitengeodäsie und erlangt internationale Anerkennung mit seinen Resultaten aus der Auswertung von GPS-Daten.

2012: Adrian Jäggi (geb. 1976) wird aoP für Astronomie. Sein Hauptinteressensgebiet ist die Bestimmung des Erdschwerefeldes mit Hilfe der Daten von sog. tieffliegenden Satelliten (LEOs).