ZimNET / ZimDIMM
ZimNET (Zimmerwald Network Telescopes)
Astronomisches Seeing bezeichnet das "Funkeln" der Sterne am Himmel. Es entsteht, weil die Luft in unserer Atmosphäre ständig in
Bewegung ist und unterschiedlich warm oder kalt sein kann. Dadurch ändert sich immer wieder leicht, wie stark die Luft das Licht bricht.
Wenn das Licht von Sternen oder anderen Himmelsobjekten durch diese unruhige Luft zur Erde kommt, wird es ein wenig verzerrt.
Für uns sieht es dann so aus, als würden Sterne funkeln oder zittern. Auch Teleskope sind davon betroffen: Statt eines ganz scharfen Lichtpunkts erscheinen Sterne oft
eher als kleine verschwommene Flecken. Deshalb können sehr detailreiche Aufnahmen durch schlechtes Seeing unscharf werden.
Astronomen sprechen von gutem Seeing, wenn die Luft ruhig ist und Bilder scharf werden, oder von schlechtem Seeing, wenn die Luft stark flimmert und die Bilder unscharf sind.
Um das Seeing zu messen, verwendet man häufig ein spezielles Messgerät namens Differential Image Motion Monitor (kurz DIMM).
Ein DIMM ist ein kleines Teleskop, vor dessen Öffnung eine Maske mit zwei kleinen Löchern angebracht ist. Diese beiden Löcher haben einen festen Abstand zueinander.
Das Licht eines einzelnen Sterns fällt durch beide Löcher und erzeugt auf einer Kamera zwei getrennte Sternbilder. Da die Atmosphäre ständig in Bewegung ist,
wird das Sternenlicht auf seinem Weg unterschiedlich verzerrt. Für jedes der beiden Löcher geschieht das ein wenig anders.
Dadurch „zittern“ die beiden Sternbilder unabhängig voneinander auf der Kamera. Das DIMM misst den Unterschied in der Bewegung zwischen den beiden Sternbildern.
Aus der Stärke dieses Unterschieds kann man mit einer bekannten physikalischen Formel berechnen, wie stark die Atmosphäre das Licht stört.
Das Ergebnis ist ein Zahlenwert für das Seeing, also dafür, wie ruhig oder unruhig die Luft in diesem Moment ist. In der ZimNET Kuppel wird seit Ende 2025 ein DIMM Teleskop betrieben.
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